Der Gründer des persischen Großreiches der Achämeniden war Kyros II. der Große, als sein Gestalter gilt jedoch Dareios I. Kyros, der sich selbst nicht als Achämenide, sondern als Teispide bezeichnete, wurde kurz nach 560 v. Chr. König von Ansan, einer Region in der Persis unter der Oberhoheit der Meder, die seit etwa hundert Jahren eine Hegemonie über diesen Raum ausübten. Kyros gelang es um 550 v. Chr., diese Oberherrschaft abzuschütteln. In den nachfolgenden Jahren eroberte Kyros das Mederreich und schuf damit die Grundlagen des persischen Großreiches, auch wenn die Meder weiterhin im neuen Reich eine wichtige Rolle spielten. In den griechischen Quellen werden die beiden iranischen Völker als Einheit betrachtet und deshalb die Perser auch als Meder bezeichnet.

 

Mit dem Sieg über die Lyder unter Krösus 547/46 v. Chr. kam Kleinasien weitestgehend unter persische Herrschaft, ebenso wie die dortigen griechischen Stadtstaaten. 540/39 v. Chr. fiel auch Babylonien an Kyros, der von den Babyloniern begrüßt wurde, zumal das Verhältnis des letzten babylonischen Königs Nabonid zu den einflussreichen einheimischen Priestern gestört gewesen war. Kyros hingegen brachte den babylonischen Gottheiten den größten Respekt entgegen, was die Integration Babyloniens erleichterte. Durch die Eroberung Babyloniens gelangte auch Israel unter persische Kontrolle. In der Bibel sind die Perser folglich als Befreier vom babylonischen Joch fast das einzige nichtjüdische Volk, das stark positiv dargestellt ist, wobei an Kyros ohnehin seine Toleranz gepriesen wurde. Das persische Reich war infolge dieser Eroberungen das erste wirkliche Weltreich der Geschichte.  

  

 

 

    

 

Nach dem Tod seines Nachfolgers und Sohnes Kambyses (522 v. Chr.), der Ägypten dem Reich eingegliedert hatte und den viele Quellen in den düstersten Farben beschreiben, kam es zu einer Nachfolgekrise. Der Inschrift von Behistun zufolge tauchte ein Mager mit Namen Gaumata auf und behauptete, Bardiya, der totgeglaubte Sohn des Kyros, zu sein. Dareios I. habe dann den Betrüger besiegt und den Thron bestiegen. Die moderne Forschung hält es für möglich, dass der Bericht des Dareios nicht mehr war als ein Rechtfertigungsversuch für dessen Usurpation des Throns und Gaumata tatsächlich der echte Bardiya gewesen sein könnte – diese Theorie kursierte bereits in der Antike und wird schon von Herodot erwähnt, lässt sich aber letztlich nicht beweisen.

 

Dareios I., ein entfernter Verwandter Kyros’ II. (auch wenn heute viele Stimmen in der Forschung meinen, dies sei nur eine Konstruktion des Dareios gewesen, der offenbar sogar Inschriften fälschen ließ, um Kyros zu einem Achämeniden und damit zu seinem Verwandten zu machen), komplettierte den Rohbau des Reiches, indem er dessen Verwaltung in Satrapien organisierte, die Wirtschaft stärkte und Teile Indiens und Thrakiens dem Reich anschloss. Außerdem baute er die beiden wichtigsten archämenidischen Residenzen auf, Susa und Persepolis.

 

Doch kam es bald schon zu einem Ereignis, welches schwerwiegende Folgen für die persische Geschichte haben sollte. Um 500 v. Chr. brach vermutlich auch aufgrund wirtschaftlicher Probleme und nicht nur aufgrund der von Herodot beschriebenen Ereignisse ein Aufstand der kleinasiatischen Griechen aus, der bis 494 v. Chr. andauerte und als Ionischer Aufstand bezeichnet wird. Die Perser reagierten mit Unternehmungen im Ägäisraum, unter anderem gegen die Unterstützer der Aufständischen, Athen und Eretia. Bis auf die Niederlage in der Schlacht bei Marathon war man dabei erfolgreich. Dies war der Beginn der so genannten Perserkriege, über deren Verlauf uns Herodot Auskunft gibt, wenn auch manche seiner Beobachtungen mit Vorsicht zu genießen sind. Die militärischen Auseinandersetzungen wurden zu einem bestimmendem Element der Beziehungen zwischen den griechischen Poleis und dem Perserreich.

 

Der weitaus größere Feldzug des Xerxes, wobei die bei Herodot überlieferten Zahlenangaben jedoch völlig übertrieben sind, scheiterte ebenso: In der Schlacht von Salamis 480 v. Chr. und der Schlacht von Plataea im Jahr darauf wurden die in der Überzahl befindlichen Perser erneut besiegt. Der 481 v.Chr. gegründete Hellenenbund ging gar zum Gegenangriff über und befreite die kleinasiatischen Griechen. Persien akzeptierte diesen Verlust vorläufig, zumal es genügend Probleme im Inneren gab, etwa die Abfallbewegung peripherer Reichsteile wie Ägypten, welches aufgrund der Kornversorgung von großer Bedeutung war. Außerdem nahm die Macht der Satrapen zu, von denen einige in der Folgezeit immer wieder den Aufstand probten.  

 

Es kam wahrscheinlich 449 v. Chr. zum in der Forschung allerdings umstrittenen so genannten Kalliasfrieden, der den Status Quo zementierte: Das Perserreich akzeptierten die Selbstständigkeit der kleinasiatischen Mitglieder des Attisch-Delischen Seebund und betrachteten die Ägäis als ein Meer dieser, wofür im Gegenzug der Attisch-Delische Seebund keine kriegerischen Aktionen gegen Persien unternahm.

 

Doch gab der persische Großkönig mitnichten auf. Im Peloponnesischen Krieg (431–404 v.Chr.) unterstützte Dareios II. Sparta, das im Gegenzug versprach, Kleinasien den Persern zu übergeben. Nach Spartas Sieg kam es darüber zum Konflikt und zu Kampfhandlungen zwischen dem gerade erst siegreichen Sparta und dem Perserreich. Es gelang Sparta nicht, die Perser entscheidend zu schlagen. Die immer noch starke Stellung des Perserreiches – trotz eines Thronkampfes zwischen Artaxerxes II. und seinem Bruder Kyros (siehe dazu auch Xenophons berühmte Anabasis) – kam dadurch zum Ausdruck, dass es als Garantiemacht für den so genannten Königsfrieden (auch Frieden des Antalkidas genannt) im Jahre 387/86 v. Chr. auftrat. Darin erreichte der persische Großkönig Artaxerxes II. die endgültige Abtretung Kleinasiens, Zyperns und von Klazomenai.

 

Persien profitierte letztendlich am meisten vom Peloponnesischen Krieg, der das Machtgleichgewicht in Griechenland selbst zerstört hatte, wo es nun zu Kämpfen um die Hegemonie zwischen Athen, Sparta und Theben kam.  

  

 

 

    

 

Dass Persien während der Perserkriege nicht mit aller Macht gegen die Griechen vorging, lag auch darin begründet, dass es im Inneren des Reiches stets zu Unruhen kam (Thronkämpfe, Aufstände der besiegten Völker, vor allem in Ägypten, dazu Aufstände einzelner Satrapen), zumal nicht wenige Großkönige eher unfähig waren. Außerdem musste das Perserreich bis hin in die Zeit der Sassaniden sich der Bedrohung der Steppenvölker an der Nordostgrenze erwehren. Dennoch verfügte das Perserreich der Achämendien über eine gewaltige Finanzkraft, was besonders im Peloponnesischen Krieg deutlich wurde, als persische Subsidien den Krieg zu Gunsten Spartas entschieden.

 

Die Beziehungen zwischen dem Perserreich und den Griechen waren jedoch nicht nur kriegerischer Natur. Vielmehr kam es auch zu einem vielschichtigen kulturellen Austausch. Griechische Söldner waren neben der Leibwache der einzig brauchbare Teil des riesigen, aber relativ wirkungslosen persischen Heeres, das im 4. Jahrhundert v.Chr. an Schlagkraft verlor. Griechische Gelehrte wirkten in Persien. Der persische Einfluss auf die griechische Kultur war geringer, aber dennoch vorhanden (zum Beispiel die Vorstellung eines göttlichen Dualismus), wie doch überhaupt die Griechen durchaus empfänglich für Impulse aus dem Orient waren (Einfluss auf die griechische Literatur seit Homer).

 

Im religiösen Bereich sind viele Fragen offen: Unter den Achämeniden wurde die von Zarathustra gestiftete Religion (siehe Zarathustrismus) jedenfalls nicht zur Staatsreligion erhoben. Vielmehr ist unklar, in welcher Weise die altpersischen Weisen in dieser Zeit verehrt wurden.[2] Der König der Könige wurde auch keineswegs als Gottkönig verehrt, stand aber dennoch in einem besonderen Verhältnis zu Ahura Mazda (Gottesgnadentum) und war den einfachen Untertanen völlig entrückt. Dies erklärt auch teilweise, warum die Anbetungsgeste (siehe Proskynese) von den Griechen in diesem Zusammenhang als Zeichen eines orientalischen Despotimus gedeutet wurde, welcher den griechischen Freiheitsidealen konträr gegenüber stand.

 

Der Großkönig stellte seinen Reichtum offen zur Schau (siehe den prächtigen Palast von Persepolis) und regierte mit Hilfe einer straff organisierten Bürokratie (Dienstadel, siehe auch Chiliarch), über eine weitere Abstufung unterhalb der Satrapien ist nichts bekannt. Das Aramäische diente als lingua franca, daneben wurde Altpersisch und Altbabylonisch als Amtssprache benutzt. In religiöser Hinsicht waren die Achämeniden tolerant, was auch ein Mittel war, die Macht in den eroberten Gebieten zu sichern.  

 

Artaxerxes III. war der letzte bedeutende Großkönig der Achämeniden. Ihm gelang die Unterwerfung des abtrünnigen Ägyptens, welches sich Jahrzehnte zuvor vom Reich gelöst hatte, doch brach nach seinem Tod 336 v. Chr. der Untergang über das archämenidische Persien herein. Der Makedonenkönig und begnadete Feldherr Alexander der Große eroberte (angeblich als Rachefeldzug für die Zerstörung Griechenlands während der Perserkriege, in Wirklichkeit ging es um machtpolitische Interessen) ab 334 v. Chr. das persische Großreich. Dieses war mitnichten ein Koloss auf tönernen Füßen, sondern stellte noch immer ein intaktes Reich dar. Alexanders Feldherrentalent, die Fähigkeiten seiner Offiziere und das gut ausgebildete makedonische Heer gaben jedoch den Ausschlag für die schnelle Eroberung.

 

 

    

 

Der letzte Achämenide, Dareios III., wurde mehrmals geschlagen und schließlich auf der Flucht von einem seiner Untergebenen umgebracht (330 v. Chr.). Die Idee der Weltmacht lebte jedoch weiter, erst bei Alexander, dann bei seinen Nachfolgern in Persien, den Seleukiden.